Pu-erh Tee kaufen und online bestellen


Hier spielen praktische Überlegungen beim Kaufen & Lagern von Pu-erh Tee für private Konsumenten eine Rolle:

10.1. Pu-erh Tee und sein Preis

Manchmal liest man Sätze wie „Ich finde Pu-erh Tee ist (zu) teuer“. Mit diesem Mythos möchte ich aufräumen. Zunächst einmal muss man sich den europäischen Markt und seiner Preisfindung bewusst sein und anderseits des asiatischen Markts, und hier speziell China, und die dortige Preisfindung. Ein Pu-erh Tee hier in Europa unter 5 € für 100 g wird kaum was taugen. Egal wie günstig die Variablen hier zugunsten des Preises spielen. Mehrheitlich finden hierzulande in dieser Preisklasse nur minderwertigen shu Pu-erh Tee, der den meisten dann gleich zum Einstieg die gewaltige Vielfalt der 黑茶 Dunkeltees (wozu auch der Pu-erh Tee zählt) auf immer verwehrt bleiben wird, wegen des eigentümlichen Geschmacks zwischen Kompost, Waldboden und Morast.

Hier ist man lieber nicht zu knausrig und geht lieber für 10 € aufwärts für 100 g Pu-erh shoppen. Das kommt euch viel vor? Ein guter japanischer Grüntee kann für 100 g viel mehr kosten, genauso wie seine chinesischen Pendants, allen voran 西湖龙井 Xihu Longjing (oder auch Westlake Lung Qing nach Wade-Gildes). Bei Oolongs sieht es auch nicht viel anders aus. Qualität hat nun mal Ihren Preis und bei uns sind die 10 € plus/minus, wie ich finde, für Pu-erh Tee die magische Grenze. Die Grüntees können aber meistens nur drei Mal oder mit Glück ein wenig mehr aufgegossen werden, dann ist Schluss. Pu-erh Tee ist da generell viel ergiebiger, ähnlich zu Oolongtee.

Glaubt Ihr mir nicht? Hier eine einfach Rechnung: ein normaler 七子饼茶 Qizi Bingcha hat normalerweise 357 g. Nehmen wir einen fiktiven Preis von 50 € für einen mittelpreisigen Pu-erh Bingcha an. Davon rechne ich jetzt 10% ab (das ist Bruch, den kann man trinken, machen aber nicht alle). Davon bleiben dann noch 321g übrig die wir durch 65 teilen (65 deswegen weil ich so auf effektiv 5g komme pro Session – ideal für 100ml Gongfucha in Yixingkanne).

Mit 50 € geteilt durch 321 g komme ich aufgerundet auf einen Grammpreis von 0,16 €. Wir brauchen aber 5 g für 100 ml also nehmen wir die 16 Cent mal 5 wieder umso auf unsere 5 g pro Session zu kommen (was wir dann ja auch 65 Mal machen können – mit einem Bing) und so sind wir aufgerundet bei 0,78 €. Da die meisten Pu-erh Tees aber nicht nur einmal aufgegossen werden, sondern eher gegen zehn Mal, habe ich also einen Liter Tee für weniger als einen Euro getrunken. Also ich glaube mal, das kann man als günstig bezeichnen! Wer mir nicht glaubt, kann es selbst gerne ausrechnen!

Eingangs habe ich das europäische Preisniveau angesprochen. Das ist durch vielerlei Faktoren natürlich über dem in China. So kommt es das man dort auch schon halbwegs gescheite Pu-erh Tees aus dem mittleren Segment für umgerechnet 5 € für 100g ergattern kann, insofern man selbst da ist, eine echte Alternative. Wie das aber so ist hat das auch seine Nachteile: Zoll, Unsicherheit mit Echtheit, lange Lieferzeiten oder Sprachbarriere können einem auch den Spaß verderben.


10.2. Pu-erh Tee und die Preisspannen

Einmal gibt es da die Teefabriken beziehungsweise deren Marken (wobei das oftmals synonym ist): Ein grundsolide Marke ist z.B. 大益 Dayi. Da kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Man bekommt leckere Tees zu einem fairen Preis und außerdem erwähnen westliche Koryphäen wie Hobbes immer, dass Dayi einfach nach Dayi schmeckt. Eher negativ kommt meist 海湾 Haiwan mit seiner Marke 老同志 Laotongzhi weg. Diese sind gut für die Hälfte der Dayi Bingcha zu haben, aber sind nicht selten ein geschmacklicher Reinfall. Andere z.B. kleine Fabriken und Labels erfreuen sich momentan einer großen Beliebtheit wie 昌泰 Changtai, 易武正山斗记 Yiwu Zhengshan Douji oder 囍字號 Xizihao sind dann meist höher angesiedelt.

Die nächste größere Einfluss hat das Alter – klar wer mag bei Pu-erh Tee keinen alten Tee? Was bei shu aber eher eine Spielerei ist und nach ein bis zwei Jahren „entmuffen“ kaum eine Entwicklung mit sich bringt, kommt der sheng Pu-erh da so langsam erst richtig in Fahrt, wenn er zehn oder mehr Jahre hinter sich gebracht hat. Da gehen dann auch die Preise enorm hoch, egal Marke oder Herkunft. Leider lässt es sich bei vielen Pu-erh Tees um oder vor der Jahrtausendwende kaum noch mit Gewissheit erörtern, wie alt der Tee denn jetzt genau ist. Aber man merkt schon den Unterschied zwischen fünf und zehn und sieht es auch bei der Farbe. Älter heißt tendenziell dunklerer/rötlichere Infusion, wenn man es an visuellen Indikatoren festmachen möchte. Aber hier gibt es viele Unterschiede und ohne ins Detail gehen zu wollen: zehn Jahre in der Inneren Mongolei (hier fühlt sich jemand angesprochen?) sind reifetechnisch gesehen nicht so wertvoll wie zehn Jahre Hong Kong!

Dann kann es auch mal passieren, dass ein zehn Jahre alter authentischer Tee wie ein zwei Jahre alter schmeckt und aussieht. Das ist dann halt dumm gelagert und erklärt die manchmal unterirdischen Preise für richtig alte sheng Pu-erh Tees. Also Sparfüchse, aufgepasst, klärt die Lagerung und Herkunft ab bevor Ihr euch von eurem Ersparten trennt!

Die dritte wichtige Preisvariable kommt von dem Ursprungsmaterial und Gebiet. Ein Plantagen Pu-erh wird tendenziell billiger sein als ein 乔木 qiaomu (=Baum), 古树 gushu (=alter Baum), 野生 (=wilder Baum). Der wilde Baum lässt sich eigentlich gar nicht überprüfen und liegt auch in einer Grauzone, was man jetzt als wilden Baum ansehen mag. Alte Bäume könnte man jetzt auch sagen, sollten große Blätter haben, habe aber auch schon das Gegenteil gesehen, und kann man auch nicht wirklich mit letzter Gewissheit verifizieren. Qiaomu empfinde ich immer noch als am ehrlichsten, da kann man nicht viel falsch machen, weil die Blätter sind wirklich ein paar Centimeter größer als die Plantagen-Cousins und enthält nicht so viele Marketing-„Blabla“.

Das Gebiet ist auch enorm wichtig: 班章 Banzhang, 易武 Yiwu und alle anderen, die noch kommen und gehen werden in dem momentan Hype und angesagt sind, durch ein bestimmten Charakter, den man diesem Gebiet nachsagt, lässt sich ohne profunde Kenntnis und einer geschulten Zunge auch niemals erschmecken. Nach einem 勐海 Menghai kräht kein Hahn mehr im oberen Preissegment. Schade eigentlich.

10.3. Wie lese ich Wrapper?

Das lesen von Wrappern (oder einfach profan und total unstylisch in Deutsch auch Verpackung) ist für die meisten wohl nicht das einfachste Unterfangen, hier ein kleines Beispiel an einem Menghai Dayi Wrapper:

10.4. Fake oder Original?

Hier möchte ich euch anhand von Bildbeispielen von Menghai Dayi näher bringen (exemplarisch von chinesischer Quelle). Außerdem möchte darauf hinweisen, dass ich hier keinen hundertprozentigen Anspruch auf Richtigkeit erhebe, weil a) Menghai Dayi das jedes Jahr geringfügig ändert (kann) und b) auch nicht jede Serie hundert Prozent gleich ist – wenn 80% übereinstimmen kann man von einem Original ausgehen – bei anderen Marken/Herstellern sieht das Ganze wieder anders aus: da hilft nur ein „richtiger“ Fachmann! (und damit meine ich nicht unbedingt den Händler eures Vertrauens, denn viele wissen selbst nicht genau was sie da vor sich haben oder können nicht Chinesisch lesen:

1) Auf dem ersten Foto kaum ersichtlich sieht man bei einem komplett geöffneten Wrapper die Ausbeulungen, wie sie bei einem 7572 richtig ist. Bei dem zweiten 7572 hier ist die Ausbeulung falsch.

2) Foto 1 das Original: relativ rauhe Oberflächenstruktur verdeutlicht sehr an den hohen Baumwollanteil in dem Papier. Das Papier der Fälschung fühlt sich ziemlich glatt an und sieht auch so aus, weil ohne Baumwolle.

3) Wie immer, das Original zuerst: die Oberflächen des Bings unterscheidet sich deutlich in Farbe und Struktur. Da hilft nur Vergleich mit Referenzquelle. Außerdem: Das Neipiao (das kleine Blättchen) ist in den Tee eingearbeitet.

Bei dem zweiten Foto sieht die Oberfläche irgendwie wie Grund aus, ohne ausdefinierte Strukturen und das Neifei ist auch nicht in den Tee eingearbeitet - ABER lasst euch nicht immer von den Bildern zu sehr beeinflussen: ein ehrlicher Händler sollte euch probieren lassen - dann könnt ihr vergleichen, was besser ist.

4) Ausnahmsweise zwei Fakes direkt nacheinander: die Oberfläche fühlt sich nicht sauber an; es gibt kleine weiße Punkte. Auch innerhalb des Bings finden wie bei der Fälschung weiße Pünktchen, bei einem Original gibt es diese nicht!

5) Das ist ein echtes Wrapper (Foto 1) mit Datum, das Fake sieht aber genauso aus. Da kann man nicht viel holen ABER...

Bei dem Fake sieht man keinen Unterschied, aber auf den Punkt kommt man nicht sofort: alle Fakes haben das gleiche Herstellungsdatum!

6) Der Silbersteifen (hier grün) ist in das Neifei eingebettet. In Türkis ist ein wirklich winziges Detail vermerkt: DAYI in westlicher Schrift groß geschrieben. Rötlich angedeutet sind die jeweils rechten und links herabzählenden Zahlen von 1 bis 30 abwechselnd auf jeder Seite d.h. rechts 2, 4, 6, 8 und so weiter. In Lila: wenn man das Dayi Logo unter eine UV-Lampe hält, wird es grünlich.

Hier bei dem Fake ist der Silbersteifen nicht richtig eingebettet. Das DAYI-Detail fehlt ganz genau so wie die Zählung rechts und links. Das Dayi Logo verändert sich auch nicht farblich unter der UV-Lampe. Außerdem sind die Zeichen unten ziemlich ausgegilbt.

7) Hier bei dem Versiegelungsaufkleber wieder dasselbe Spiel (Original): Unter UV-Lampe wird das Logo grünlich, der Silberstreifen ist eingearbeitet und es lässt sich eine feine Oberflächen Struktur ertasten.

Und hier wieder der Fake, der die obigen Punkte nicht erfüllt. Dazu kommen noch die billigen Farben.

8) Zu guter Letzt die direkte Gegenüberstellung

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